WOLFF & MÜLLER ENERGY
KW 2/2023

TOP 2:
2022: Das Jahr der Energiekrise – wir werfen einen Blick zurück

Die Energiemärkte sind im Jahr 2022 einmal mehr in unruhige Fahrwasser geraten: Faktoren, wie neue (geo-)politische Unsicherheiten, u.a. im Kontext des Ukraine-Krieges, gestiegene Brennstoff- sowie Emissionszertifikatpreise, eingeschränkte Kraftwerksverfügbarkeiten im In- und Ausland, eine weiter zunehmende globale Konkurrenz um konventionelle Brennstoffe wie Kohle und Gas und deren reduzierte Verfügbarkeit in Europa, waren es im vorangegangenen Jahr, die sich deutlicher als je zuvor in der Preisbildung an den Großhandelsmärkten niedergeschlagen haben.

Allein im 3. und 4. Quartal des Jahres 2022 verteuerte sich das Frontjahr Cal-2023 (Base) im Vergleich zum 2. Quartal 2022 um mehr als das Doppelte und wurde zum Jahresende als Grundlast-Produkt (Base) bei ca. 300 €/MWh aus dem Handel verabschiedet.

Auch wenn die Notierungen zum Jahresende 2022, bedingt durch das sehr milde Temperaturniveau und einer überdurchschnittlichen Einspeisung von Windenergieanlagen, welche 2022 für ca. ¼ der öffentlichen Stromerzeugung verantwortlich waren – einer Korrektur unterzogen wurden, bewegen sich die Preise für die nachgeschalteten Lieferjahre weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Das Frontjahr Cal-24 (Base) notiert für die MWh im Bereich der 200-Euro-Marke und verteuerte sich im Vergleich zum Zeitpunkt des Vorjahres um mehr als das Doppelte. Die nachgeschalteten Lieferjahre Cal-25 bis Cal-28 bewegen sich aktuell in einem Preisbereich zwischen 125 und 150 EUR/MWh.

Einen elementaren Einfluss auf die Preisbildung am Gasmarkt und den damit verbundenen Unsicherheiten auf die Versorgungssicherheit, konnte dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zugesprochen werden. Der Anteil russischen Gases in Deutschland reduzierte sich in Folge gedrosselter Transportkapazitäten von 55 % im Jahr 2021 auf 20 % im Gesamtjahr 2022.

Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen Ende Februar 2022 hatte sich der Preis pro MWh für das Cal-23 im August zeitweise mehr als vervierfacht und wurde nach deutlicher Korrektur im Dezember 2022 letztmalig bei ca. 90 EUR/MWh abgerechnet.

Die Preise am Gasmarkt zogen zeitweise so stark an, dass verstärkt Kohlekraftwerke, teilweise auch Ölkraftwerke zur Stromerzeugung eingesetzt wurden, obwohl eine höhere Anzahl an CO2-Zertifikaten zur Deckung der Emissionen notwendig ist als für die Verstromung von Gas. Die Nettostromerzeugung in Deutschland wurde im 4. Quartal zu ca. 34 % aus Kohlekraftwerken und nur zu ca. 12 % aus Gaskraftwerken realisiert.


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