WOLFF & MÜLLER ENERGY
KW 39/2023

TOP 1: Energiemärkte -
Aktuelle Entwicklungen am Strom- & Gasmarkt.

Entwicklung der Großhandelspreise für Strom.
(Schlusskurs Peak EEX German Power Future –

Stand: 22.08.2023)

Preis in €/MWh Entwicklung zur Vorwoche (15.08.2023)

Lieferjahr 2024: 143,41 ↓
Lieferjahr 2025: 140,29 ↑
Lieferjahr 2026: 129,48 ↑
Lieferjahr 2027: 116,29 ↓

Entwicklung der Großhandelspreise für Gas.
(Schlusskurs EEX THE EGSI –

Stand: 26.09.2023)

Preis in €/MWh Entwicklung zur Vorwoche (19.09.2023)

Lieferjahr 2024: 49,94 ↓
Lieferjahr 2025: 46,62 ↓
Lieferjahr 2026: 38,62 ↓
Lieferjahr 2027: 32,42 ↓

Terminmarkt

Strom

Die Strompreise präsentierten sich in der KW 38 analog zu den Abgaben am CO2- und Gasmarkt mit einem übergeordneten Abwärtstrend. Dies hing unter anderem mit den Nachrichten über eine Einigung zwischen dem LNG-Konzern Chevron im Tarifstreit mit seinen Arbeitern zusammen. Ab Mitte der Woche wurde die Abwärtsbewegung aufgrund ruhigem Marktumfeld weiter bestärkt, mit das Frontjahr sein 3,5-Monatstief weiter ausweitete. Anhaltend milde Witterungsausssichten und eine gute Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke tragen zu moderaten Preisen bei. Händler sehen weiterhin einen Wettlauf um Gas und somit einen ständigen bullishen Faktor am Markt.

Gas

Auch der Gasmarkt zeichnete sich in der KW 38 durch eine allgemeine Abwärtsbewegung aus. Angesichts guter Speicherstände nahm der Druck, sich Preisdifferenzen zu sichern und verstärkt auf dem Terminmarkt zu kaufen, zu. Dieser reagierte vor allem am kurzen Ende der Terminmarktkurve mit einer Achterbahnfahrt auf die sonstigen Entwicklungen, unter anderem die Wartungsarbeit in der Nordsee am Gasfeld “Troll”. Letztlich dominierten die bearischen Fundamentaldaten in Form geringer Nachfrage der Verbraucher und weiterhin milder Temperaturen, was in der Folgewoche eine Seitwärtstendenz erwarten lässt.

Spotmarkt

Strom

Die Abwärtsbewegung dominierte den kurzfristigen Stromhandel am Markt. Das zu Wochenbeginn sehr viel höhere Windaufkommen setzte das kurze Ende dementsprechend unter Druck. Hinzu kam, dass die französische Kernkraftproduktion nach den Unsicherheiten der Vorwoche wieder zulegte, was sich ebenso dämpfend auf den deutschen Markt auswirkte.

Gas

Nachdem sich die Reaktionen des Marktes auf die mögliche Verzögerung bei den norwegischen Wartungsarbeiten in der Vorwoche in Grenzen hielten, fielen sie auch in der KW moderat aus. Durch das hohe Windaufkommen wurden die Gaspreise am kurzen Ende gedeckelt und die Nachfrage nach den Gaskraftwerken für die Verstromung gedämpft. Marktteilnehmer zählten als weiteren bearishen Faktor die eingeschränkte Kapazität des Panamakanals, der aufgrund Dürre zu einem niedrigen Wasserstand führte, wodurch sich der LNG-Transport nach Asien verteuerte.

Marktumfeld

CO2-Emissionshandel

Am CO2-Markt fiel vor allem die Wechselhaftigkeit ins Auge, nachdem der Abwärtstrend zu Wochenbeginn von festerem Preisverhalten abgelöst werden konnte. Aufgrund zu Beginn geringer französischer Kernkraftkapazität stieg Inlands die Nachfrage nach Kraftwerkskapazitäten auf fossiler Basis, was aufgrund anhaltend warmer Witterung aber schnell korrigiert werden konnte. Die Rallye am Ölmarkt zur Wochenmitte wirkte sich dann allerdings bullish auf den CO2-Markt aus, da sie die Energiemärkte nach oben zog. Zum Ende der KW 38 konnten die Co2-Preise dann aber doch Ausblick auf einen eventuellen Seitwärtstrend in der Folgewoche geben.

Kohle und Erdöl

Trotz des Rückgangs am Gasmarkt halten sich die Kohlenotierungen nach wie vor robust auf vergleichsweise hohem Niveau. Händler nannten eine zunehmende Nachfrage und einen begonnenen Abbau der Lagerbestände als ausschlaggebenden Faktor für diese Entwicklung. Zudem könnten der Streik in Australien und die Wirbelstürme an der US-Golfküste für eine Einschränkung der LNG-Importe nach Europa führen, was wiederum die Kohlepreise stützen würde.
Der Ölmarkt setzte seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen nahtlos fort. Beherrschendes Thema bleibt die Angebotskürzung führender Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland. Zudem zeigt sich die Nachfrage aus großen Ländern wie den USA oder China bisher robust. Gewinnmitnahmen sorgten zum Wochenende für eine übersichtliche Gegenbewegung. Marktteilnehmer zeigen sich allerdings skeptisch mit Blick auf eine Trendwende.

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