WOLFF & MÜLLER ENERGY
Marktinformation 04/2024

Energiemärkte -
Aktuelle Entwicklungen am Strom- & Gasmarkt.

Das Wichtigste im März in Kürze:

Hinweis: Ab sofort gibt es die Marktinformationen im Monats-Format. Es wird der jeweils endende Monat analysiert und ein Ausblick auf die kommenden Wochen gegeben.

Entwicklung der Großhandelspreise für Strom.
(Schlusskurs Peak EEX German Power Future –

Stand: KW 13, 28.03.2024)

Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 9 (01.02.2024)

Lieferjahr 2025: 91,78 ↑
Lieferjahr 2026: 84,38 ↑
Lieferjahr 2027: 77,58 ↑
Lieferjahr 2028: 76,11 ↑

Entwicklung der Großhandelspreise für Gas.
(Schlusskurs EEX THE EGSI –

Stand: KW 13, 28.03.2024)

Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 9 (01.02.2024)

Lieferjahr 2025: 32,16 ↑
Lieferjahr 2026: 29,99 ↑
Lieferjahr 2027: 28,10 ↑
Lieferjahr 2028: 26,87 ↓

Terminmarkt

Strom

Die Jahres-Futures konnten sich im März nachhaltig von ihren Verlusten im Februar erholen. Preissteigernde Impulse können dem technischen Handel zugeschrieben werden, da Händler das Unterlaufen von Unterstützungszonen als Kaufgelegenheit interpretierten – maßgeblich wirken hier die stärkeren Notierungen am Gasmarkt.

Hinzu gesellt sich ein festerer CO2-Handel, der seine konjunkturbedingte Schwächephase durch die Reduzierung von Short-Positionen durch Investoren sowie das Kaufinteresse entsprechender Compliance-Kunden nicht fortsetzen konnte.

Nach Aussagen von Marktteilnehmern kann die kurzfristige Entwicklung der Preise weiterhin als „bearish“ eingeschätzt werden, sollten energie- und klimapolitische sowie konjunkturelle Impulse im europäischen Kontext ausbleiben.

Gas

Nachdem milde Temperaturaussichten sowie eine hinreichend gute Versorgungslage mit LNG- und Pipelinegas, u.a. aus Nordamerika sowie Norwegen, für einen Preisnachlass im Februar sorgten, stand der März ganz im Zeichen gegenläufiger Notierungen.

Gründe lassen sich, analog zum Strom-Terminmarkt, in erreichten Zielpreisen sowie der Einpreisung relevanter geopolitischer Risiken, die nicht nur im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und den Angriffen auf Infrastrukturen, sondern auch mit einer gesteigerten Nachfrage aus dem asiatischen Raum nach LNG, stehen.

Die Nachhaltigkeit des Trends kann unter Berücksichtigung aktueller Widerstandsmarken in der kurzen Frist als technisch begrenzt eingestuft werden – gleichwohl sind die perspektivischen Faktoren, wie bspw. die Effekte der „Kraftwerksstrategie“ des BMWK sowie die durch Erneuerbare-Energie bedingte Volatilität, zu berücksichtigen.

Spotmarkt

Strom

Der kurzfristige Handel (Day-Ahead, arithmetisch) notierte im März bei 64,70 EUR/MWh und damit ca. 3 EUR/MWh über dem Niveau des Februars. Zentrale Einflussfaktoren für die gestiegenen Notierungen können u.a. auf nachrichtliche Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sowie kurzfristigen Verfügbarkeit von Pipeline-Gas aus Norwegen identifiziert werden. Das Potential den durchschnittlichen Jahres-Spotmarktpreis von ca. 76 EUR/MWh kurzfristig zu überlaufen, kann im Kontext fundamentaler Faktoren jedoch als begrenzt eingeschätzt werden.

Gas

Beim Gas war die Reaktion des kurzfristigen Handels im Monatsverlauf moderat. Im Vergleich zum Vormonat lag der Day-Ahead (arithmetisch) im März ca. 0,7 EUR/MWh höher bei 26,72 EUR/MWh.

Die Vorzeichen bleiben in der Gesamtbetrachtung unverändert: versorgungsbezogenen Ereignisse, wie die gesteigerte Nachfrage aus dem asiatischen Markt sowie ungeplante Wartungsarbeiten im norwegischen System konnten in der Monatsbetrachtung keine nachhaltige Wirkung entfalten.

Marktumfeld

CO2-Emissionshandel

Der CO2-Handel notierte im März im Vergleich zum Vormonat leicht fester und verabschiedete sich bei ca. 62 EUR/t CO2 aus dem März-Handel. Gründe lassen sich in einem zunehmenden Kaufinteresse wiederfinden, welche preislich – aufgrund der weiterhin stagnierenden industriellen Produktivität sowie eines schwachen Gasmarkts – nur für moderate Kursgewinne sorgten.

Der Abbau von Short-Positionen kann im Kontext der Etablierung „neuer“ technischer Preisuntergrenzen interpretiert werden, fundamental kann dies aktuell nicht begründet werden.

Marktwerte (MW)

MW Solar: 7,535 ct/kWh (Jan 24), 5,875 ct/kWh (Feb 24)

MW Wind (Onshore): 6,502 ct/kWh (Jan 24), 5,335 ct/kWh (Feb 24)

Kohle und Erdöl

Nachdem die Notierungen am Kohlemarkt im Februar neue Jahres-Tiefstmarken erreicht hatten, konnten im März deutliche Zugewinne verzeichnet werden. Marktteilnehmer verwiesen auf ein reduziertes Investitionspotential in Erneuerbare-Energien, die u.a. auf gestiegene Marktrisiken sowie höhere Materialkosten zurückgeführt werden können. Dies kann in einem globalen Kontext auch perspektivisch auf eine weiterhin bestehende Relevanz konventioneller Brennstoffe zur Stromerzeugung gedeutet werden.

Weiter wurden versorgungsbedingte Risiken eingepreist, die auf Temperaturrekorde und damit verbundene Warnungen für Kohlekraftwerke sowie die Angriffe Russlands auf die ukrainische Gasinfrastruktur zurückgeführt wurden.

Im Zusammenhang mit der kurzfristigen Preisentwicklung kann auf die Nervosität und damit bedingte Volatilität am Gasmarkt abgestellt werden, die als primär impulsgebend beschrieben werden kann.

Analog zum Kohlemarkt konnten auch am Gasmarkt Zugewinne verzeichnet werden. Gründe hierfür lassen sich u.a. in einer weiteren Verknappung des bereits reduzierten Angebots der Ölförderländer im OPEC-Verbund identifizieren, welches auf eine gestiegene Industrieproduktion in China zurückgeführt werden kann – bisherige Projektionen sind bis dato von einer geringfügigeren Erholung ausgegangen.

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