WOLFF & MÜLLER ENERGY
Marktinformation 02/2024

Energiemärkte -
Aktuelle Entwicklungen am Strom- & Gasmarkt.

Das Wichtigste im Januar in Kürze:

Hinweis: Ab sofort gibt es die Marktinformationen im Monats-Format. Es wird der jeweils endende Monat analysiert und ein Ausblick auf die kommenden Wochen gegeben.

Entwicklung der Großhandelspreise für Strom.
(Schlusskurs Peak EEX German Power Future –

Stand: KW 6, 06.02.2024)

Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 1 (02.01.2024)

Lieferjahr 2025: 89,49 ↓
Lieferjahr 2026: 81,18 ↓
Lieferjahr 2027: 77,64 ↓
Lieferjahr 2028: 77,08 ↓

Entwicklung der Großhandelspreise für Gas.
(Schlusskurs EEX THE EGSI –

Stand: KW 6, 06.02.2024)

Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 1 (02.01.2024)

Lieferjahr 2025: 32,696 ↓
Lieferjahr 2026: 30,300 ↓
Lieferjahr 2027: 28,433 ↑
Lieferjahr 2028: 27,733 ↓

Terminmarkt

Strom

Bis auf einen kurzen Ausschlag in der KW 1 konnte die Abwärtsbewegung des Vorjahres im Stromhandel fortgesetzt werden. Wenn auch weniger stark als noch in den Wochen vor den Feiertagen, erreicht der Frontjahreskurs Cal-25 zu Beginn der KW 4 sogar einen neuen Tiefstwert. Risiken bestehen zwar nach wie vor durch die Lage im Nahen Osten, allerdings wirkt sich dies bislang kaum auf die hiesige Preislage aus. Zudem wurden für den Januar zwar unterdurchschnittliche Temperaturen und eine kalte Witterung prognostiziert, dies traf allerdings nur in der ersten Monatshälfte ein. In der KW 4 zeigten sich beide Einflussfaktoren sehr mild, was den Bedarf an Windverstromung sinken ließ. Die somit allgemein bearishe Marktlage zu Jahresbeginn wird auch durch die aktuell schwache Wirtschaftslage verstärkt.

Gas

Simultan zum Stromhandel konnte auch im Gas der Abwärtstrend des Vorjahresendes beibehalten werden. Ähnlich wie im Strom zeigt sich im Januar auch der Gashandel unbeeindruckt von geopolitischen Einflüssen, wie verspäteten oder ausfallenden LNG-Lieferungen aus Katar. Das zum 1. Februar per Verordnung gesteckte Ziel von 40% Gasspeicherfüllstand wurde bereits mit 75,03% (Stand: 31.01.2024) deutlich überschritten. Bei einem weiterhin hohen Angebot, gut gefüllte Gasspeicher und einer anhaltend vergleichsweise schwachen Nachfrage insbesondere aus dem Industriesektor, kann die Versorgungssicherheit bis zum Winterende gewährleistet werden.

Spotmarkt

Strom

Der kurzfristige Handel (Day-Ahead) regierte zum Monatsbeginn stark auf die niedrigeren Temperaturen und milde Witterung, die kurzzeitig für eine stabilisierte Notierung sorgten. Nachdem die Preise zur Monatsmitte aufgrund der prognostizierten Kältewelle wieder nachließen, sorgte das kürzlich auftretende Tauwetter zu einer deutlichen Zunahme der Stromerzeugung aus Erneuerbaren, vor allem aus Windkraftanlagen. Diese Entwicklung sorgte erneut zu fallenden Preisen und wird sich laut Prognosen auch weiter in den Februar ziehen.

Gas

Allgemein zeigte sich der kurzfristige Handel im Gas in einer unaufgeregten Seitwärtsbewegung, was auf die hohen Gasspeicherbestände, milde Temperaturen und geringe industrieller Nachfrage zurückzuführen ist. Diese milde Witterung soll über den Monatswechsel hinaus anhalten. Zudem wird mit einem höheren Windaufkommen gerechnet, was die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zusätzlich dämpfen dürfte.

Marktumfeld

CO2-Emissionshandel

Die CO2-Preise befinden sich seit Jahresanfang auf einem Abwärtskurs und derzeit spricht angesichts der weiterhin schwachen Industriekonjunktur nichts für eine gesteigerte Nachfrage nach Emissionsrechten. Hinzu kommt der rasche Ausbau der Erneuerbaren Energiequellen die 2023 erstmals mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland deckten. Die verbesserte Kapazitätsauslastung der französischen Kernkraftwerke ist ebenfalls ein unterstützender Faktor. Zum Ende des Monats kam es zwischen Kauf- und Verkaufsinteresse zwar zu einem Schlagabtausch, doch auch dieser konnte das monatsstabile Preisniveau nicht nennenswert ändern.

Marktwert Solar

Dezember 2023: 6,592 ct/KWh (Quelle: Netztransparenz)

Kohle und Erdöl

Die Preisbewegung am Kohlemarkt zeigte Abweichungen zum allgemeinen Marktumfeld. Hier begann die Notierung zu Beginn des Jahres deutlich anzusteigen. Ein Grund könnten die zu Jahresbeginn veröffentlichte chinesischen Zolldaten sein. Diese zeigte eine Importsteigerung von 62% im Jahr 2023. Zum Ende des Monats korrigierten sich die Preise jedoch in Richtung des Marktumfeldes. Hierfür waren ebenfalls die milden Temperaturen und das vergleichsweise hohe Windaufkommen verantwortlich. Kraftwerkskohle-Importe in die EU haben im Januar ein Neun-Monatshoch erzielt und damit die Befürchtungen über mögliche Engpässe infolge der Sanktionen weiter entkräftet. Die USA haben analog zum Gasmarkt mit gestiegenen Exporten nach Europa die entstandene Lücke gefüllt.

Die Ölpreise befinden sich nach einer Seitwärtsbewegung zu Monatsbeginn auf dem Weg zum Jahreshöchststand. Stabilisierend wirkten neben der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten die Bemühungen Chinas, die Wirtschaft stärker anzukurbeln. Zudem sollen geldpolitische Lockerungen der eher schwachen Konjunktur des Landes zur Hilfe kommen. Auch die Meldungen über einen deutlichen Rückgang der US-Ölreserven gaben dem Ölpreis Auftrieb und in Summe verteuerte sich der Brent-Frontmonat in der letzten Januarwoche.

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