WME Marktinformation - Juli
Entwicklung der Großhandelspreise für Strom an der EEX
(Schlusskurs Peak EEX GERMAN POWER FUTURE – Stand: KW 26, 29.06.2026)
Entwicklung der Großhandelspreise für Gas
(Schlusskurs EEX THE NATURAL GAS FUTURE – Stand: KW 26, 29.06.2026)
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 22 (29.05.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027: | 97,90 | ⬇️ |
| 2028: | 87,72 | ⬆️ |
| 2029: | 80,68 | ⬆️ |
| 2030: | 77,66 | ⬇️ |
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 22 (29.05.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027 | 36,038 | ⬇️ |
| 2028: | 28,773 | ⬇️ |
| 2029: | 25,265 | ⬇️ |
| 2030: | 23,645 | ⬇️ |
Terminmarkt
Strom
Der Stromterminmarkt zeigte sich im Juni insgesamt volatil mit einer überwiegend seitwärts gerichteten Entwicklung. Während geopolitische Unsicherheiten weiterhin das Marktgeschehen bestimmten, rückten gegen Monatsende zunehmend fundamentale Faktoren in den Vordergrund.
Zu Beginn des Monats standen die Entwicklungen im Nahen Osten im Fokus. Die Unsicherheit über den Fortgang der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die zeitweise Blockade der für den Energiehandel wichtigen Straße von Hormus sorgten für erhöhte Risikoprämien an den Energiemärkten. Gleichzeitig wirkten sich die starken Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen unmittelbar auf die Strompreise aus. Gegen Monatsende verlagerte sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Wetterlage in Europa. Eine ausgeprägte Hitzewelle ließ die Stromnachfrage deutlich steigen, während geringe Windeinspeisungen das Marktgleichgewicht zusätzlich belasteten. Gleichzeitig mehrten sich Sorgen um die Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke. Hohe Flusswassertemperaturen führten zu Warnungen vor Leistungsreduzierungen beziehungsweise temporären Abschaltungen einzelner Reaktoren. Insgesamt bewegte sich der Stromterminmarkt im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Entspannungstendenz und wetterbedingten Versorgungsrisiken.
EEX GERMAN POWER FUTURE, Peak[€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 29.05.2026 | 98,49 | 86,37 | 80,44 | 77,95 | 74,95 |
| 29.06.2026 | 97,90 | 87,72 | 80,68 | 77,66 | 77,03 |
| Veränderung (prozentual) | -0,60% | +1,54% | +0,30 % | -0,37 % | +2,70 % |
Gas
Der Gasterminmarkt gehörte im Juni zu den volatilsten Energiemärkten. Die Preisentwicklung wurde maßgeblich von geopolitischen Risiken, den europäischen Speicherständen und den globalen LNG-Strömen beeinflusst.
Zu Monatsbeginn belasteten die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten sowie die Unsicherheit über die Zukunft der Straße von Hormus den Markt. Zusätzlich lagen die Gasspeicherfüllstände lagen weiterhin deutlich unter den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre und erhöhten die Nervosität der Marktteilnehmer. Neben geopolitischen Risiken sorgten mögliche Streiks an australischen LNG-Anlagen für zusätzliche Unsicherheit. Die Erwartung eines sehr heißen Sommers und ein mögliches El-Niño-Ereignis erhöhten die Sorge vor einer steigenden LNG-Nachfrage aus Asien und damit einem stärkeren Wettbewerb um verfügbare Liefermengen. Mitte Juni führten Nachrichten über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus zu deutlichen Preisrückgängen. Dennoch blieb die Einschätzung bestehen, dass strukturelle Risiken bei der Versorgung und Speicherbefüllung weiterhin bestehen. Mit Beginn der Hitzewellen in Europa und der Nichteinhaltung von Friedensabmachungen gegen Monatsende legte der Gasmarkt noch einmal weiter zu.
Insgesamt blieb der Gasmarkt trotz zwischenzeitlicher Entspannung sensibel gegenüber geopolitischen Ereignissen und witterungsbedingten Nachfrageimpulsen.
Gasspeicher-Füllstand am 29.06.2026: 48,62 % – Veränderung zum Vorberichtszeitpunkt: +36,3 % (29.05.2026)
EEX THE EGSI Natural Gas Future [€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 29.05.2026 | 38,483 | 29,887 | 25,969 | 24,207 | 24,658 |
| 29.06.2026 | 36,038 | 28,773 | 25,265 | 23,645 | 24,094 |
| Veränderung (prozentual) | -6,78 % | -3,87 % | -2,79 % | -2,38 % | -2,34 % |
Spotmarkt
Strom
Der Strom-Spotmarkt zeigte sich im Juni volatil und wurde sowohl von der Wetterentwicklung als auch von der Einspeisung erneuerbarer Energien geprägt.
An Tagen mit hoher Solar- und Winderzeugung kam es erneut zu sehr niedrigen beziehungsweise negativen Stundenpreisen. Insbesondere an Wochenenden führten hohe Einspeisungen erneuerbarer Energien zu Negativpreisen. Gleichzeitig sorgten die europaweiten Hitzewellen für eine erhebliche Zunahme der Stromnachfrage und sorgte für Einschränkungen bei den französischen Kernkraftwerken. Der steigende Bedarf an Klimatisierung traf zeitweise auf eine geringe Windeinspeisung und erhöhte die Volatilität zusätzlich. Besonders gegen Monatsende kam es dadurch zu außergewöhnlich starken Preisausschlägen am Spotmarkt.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Mai/Juni |
|---|---|
| 29.05.2026 | 78,7498,20 |
| 29.06.2026 | 109,52 |
| Veränderung (prozentual) | +10,34% |
Gas
Der Gas-Spotmarkt bewegte sich im Juni insgesamt auf einem vergleichsweise stabilen Niveau, blieb jedoch empfindlich gegenüber geopolitischen Meldungen und wetterbedingten Nachfrageänderungen.
Die Kombination aus Speicherbefüllung, Unsicherheiten bei LNG-Lieferungen und der zunehmenden Konkurrenz durch asiatische Käufer sorgte immer wieder für Preisunterstützung. Gleichzeitig begrenzten Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten stärkere Preisanstiege. Mit zunehmender Hitze in Europa gewann der Gasbedarf für die Stromerzeugung an Bedeutung. Vor allem die Kombination aus höherem Kühlbedarf und möglichen Einschränkungen der Kernkraftproduktion in Frankreich unterstützte den Markt gegen Monatsende.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Mai/Juni |
|---|---|
| 29.05.2026 | 47,47 |
| 29.06.2026 | 45,18 |
| Veränderung (prozentual) | -5,07 % |
Marktumfeld
CO2-Emissionshandel
Der CO₂-Markt zeigte sich im Juni insgesamt fester als in den Vormonaten und profitierte von mehreren unterstützenden Faktoren.
Besonders die europaweite Hitzewelle und die daraus resultierende höhere Stromnachfrage führten zu einer steigenden Nachfrage nach Emissionszertifikaten. Darüber hinaus stützte die Aussicht auf eine höhere fossile Stromerzeugung infolge möglicher Einschränkungen französischer Kernkraftwerke den Markt zusätzlich. Auch regulatorische Themen blieben bedeutsam. Diskussionen über die Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandelssystems sowie Anpassungen der Marktstabilitätsreserve beeinflussten die Erwartungen der Marktteilnehmer. Gleichzeitig nahmen spekulative Investoren zeitweise größere Positionierungen vor und erhöhten dadurch die Volatilität.
Insgesamt blieb der CO₂-Markt eng mit der Entwicklung der europäischen Stromerzeugung und den energiepolitischen Rahmenbedingungen verknüpft.
Kohle und Erdöl
Am Kohlemarkt zeigte sich im Juni überwiegend eine seitwärts gerichtete Entwicklung. Einerseits stützten Unsicherheiten bei der Gasversorgung und die Möglichkeit einer stärkeren Kohleverstromung die Preise. Andererseits wirkten hohe Lagerbestände in den ARA-Häfen sowie die Aussicht auf eine Entspannung bei den LNG-Lieferungen belastend.
Die Preisentwicklung am Ölmarkt wurde auch im Juni maßgeblich von den Konflikten zwischen Iran, Israel und verbündeten Akteuren sowie von den Entwicklungen rund um die Straße von Hormus bestimmt. Wiederholte Hoffnungen auf Friedensverhandlungen wechselten sich mit Rückschlägen und neuen Spannungen ab. Weltweit gingen die beobachteten Ölbestände deutlich zurück, während die strategischen Reserven der OECD-Staaten und der USA auf historisch niedrigen Niveaus lagen. Gleichzeitig bleibt weiter unklar, wie schnell die Produktions- und Exportkapazitäten im Nahen Osten nach den Kriegsschäden wieder vollständig hergestellt werden können
Insgesamt wurde der Energiemarkt im Juni von einer außergewöhnlichen Kombination aus geopolitischen Risiken, Wetterextremen und strukturellen Versorgungsthemen geprägt. Die Hitzewellen in Europa und Asien entwickelten sich dabei neben den Nahost-Konflikten zu einem der wichtigsten Preistreiber des Monats.
Marktwerte
| 2025/2026 | Februar 2026 | März 2026 | April 2026 | Mai 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Solar | 7,717 ct/kWh | 5,455 ct/kWh | 1,317 ct/kWh | 3,163 ct/kWh |
| Wind (Onshore) | 8,723 ct/kWh | 7,537 ct/kWh | 6,066 ct/kWh | 9,534 ct/kWh |
| EU-ETS - EEX - EUA Future [€/t] | Kohle – ICE – Coal API2 [$/t] | Erdöl - ICE - Brent Crude [$/bbl] | |
|---|---|---|---|
| Future | Dec-26 | Dec-26 | Dec-26 |
| 29.05.2026 | 80,17 | 127,90 | 85,81 |
| 29.06.2026 | 78,79 | 110,25 | 73,58 |
| Veränderung (prozentual) | -1,75% | -16,01% | -16,62% |
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