WME Marktinformation - August
Entwicklung der Großhandelspreise für Strom an der EEX
(Schlusskurs Peak EEX GERMAN POWER FUTURE – Stand: KW 31, 30.07.2026)
Entwicklung der Großhandelspreise für Gas
(Schlusskurs EEX THE NATURAL GAS FUTURE – Stand: KW 31, 30.07.2026)
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 26 (29.06.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027: | 109,88 | ⬆️ |
| 2028: | 92,93 | ⬆️ |
| 2029: | 84,09 | ⬆️ |
| 2030: | 79,33 | ⬆️ |
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 26 (29.06.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027 | 43,603 | ⬆️ |
| 2028: | 31,382 | ⬆️ |
| 2029: | 26,735 | ⬆️ |
| 2030: | 25,175 | ⬆️ |
Terminmarkt
Strom
Der Stromterminmarkt zeigte sich im Juli deutlich fester. Nachdem die Preise zu Monatsbeginn noch von der Entspannung nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran profitierten, änderte sich das Marktbild im weiteren Monatsverlauf grundlegend. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, verbunden mit erneuten Angriffen im Bereich der Straße von Hormus, führten zu steigenden Preisen entlang der gesamten Terminmarktkurve. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die anhaltend niedrigen europäischen Gasspeicherstände sowie die Sorge vor einer angespannten Versorgungslage im kommenden Winter. Gleichzeitig sorgten mehrere Hitzewellen in Europa für eine erhöhte Stromnachfrage. Hitzebedingte Einschränkungen französischer Kernkraftwerke reduzierten zeitweise die verfügbare Erzeugungskapazität und erhöhten die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken.
Insbesondere die Frontjahre verzeichneten deutliche Aufschläge. Gegen Monatsende kam es nach dem Erreichen zwischenzeitlicher Mehrmonatshochs zu Gewinnmitnahmen und einer leichten Korrektur. Dennoch schloss der Stromterminmarkt gegenüber dem Vormonat insgesamt deutlich fester.
EEX GERMAN POWER FUTURE, Peak[€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 29.06.2026 | 97,90 | 87,72 | 80,68 | 77,66 | 77,03 |
| 30.07.2026 | 109,88 | 92,93 | 84,09 | 79,33 | 78,21 |
| Veränderung (prozentual) | +12,24% | +5,94% | +4,23 % | +2,15 % | +1,53 % |
Gas
Der Gasterminmarkt war im Juli von einer ausgeprägten Aufwärtsbewegung geprägt. Nach einer zunächst ruhigen Marktphase rückten die Risiken für die europäische Versorgung zunehmend in den Vordergrund. Maßgeblich dafür waren die erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Unsicherheit über den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten LNG-Handels abgewickelt wird.
Parallel dazu sorgten die weiterhin niedrigen Gasspeicherstände für eine steigende Risikoprämie. Die europäischen Speicher lagen während des gesamten Monats deutlich unter den Vorjahreswerten. Gleichzeitig blieb der Sommer-Winter-Spread negativ, wodurch wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung weitgehend fehlten.
Zusätzliche Unterstützung erhielten die Preise durch hohe Temperaturen in Europa und Asien, die sowohl die Gasnachfrage als auch den Wettbewerb um verfügbare LNG-Mengen erhöhten. Die Sorge, dass Europa mit deutlich geringeren Speicherfüllständen als üblich in die Wintersaison starten könnte, führte zeitweise zu den höchsten Notierungen seit mehreren Monaten. Erst gegen Monatsende kam es zu einer Beruhigung der Aufwärtsdynamik.
Gasspeicher-Füllstand am 30.07.2026: 46,54 % – Veränderung zum Vorberichtszeitpunkt: +4,28 % (29.06.2026)
EEX THE EGSI Natural Gas Future [€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 29.06.2026 | 36,038 | 28,773 | 25,265 | 23,645 | 24,094 |
| 30.07.2026 | 43,603 | 31,382 | 26,735 | 25,175 | 25,407 |
| Veränderung (prozentual) | +20,99 % | +9,07 % | +5,82 % | 6,47 % | +5,45 % |
Spotmarkt
Strom
Der kurzfristige Strommarkt präsentierte sich im Juli weiterhin äußerst volatil. Maßgeblich waren die wiederkehrenden Hitzewellen in weiten Teilen Europas, die den Strombedarf insbesondere für Kühlanwendungen deutlich ansteigen ließen.
Gleichzeitig kam es in Frankreich zu Einschränkungen der Kernkraftproduktion. Hohe Flusstemperaturen und niedrige Wasserstände führten dazu, dass mehrere Reaktoren ihre Leistung reduzieren mussten. Die verringerte Stromproduktion in Frankreich erhöhte die Nachfrage nach Erzeugungskapazitäten in den Nachbarländern und stützte die Spotpreise.
Neben der hohen Nachfrage sorgte eine zeitweise schwache Windstromeinspeisung für zusätzliche Preisspitzen. Entsprechend bewegten sich die Day-Ahead-Notierungen mit einer hohen Volatilität und verzeichneten im Monatsverlauf mehrere deutliche Ausschläge nach oben. Erst mit einer temporären Wetterberuhigung gegen Monatsende entspannte sich die Situation etwas.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Juni/Juli |
|---|---|
| 29.06.2026 | 109,52 |
| 30.07.2026 | 105,45 |
| Veränderung (prozentual) | -3,72% |
Gas
Auch am kurzfristigen Gasmarkt standen die geopolitischen Entwicklungen im Mittelpunkt. Die Unsicherheit über LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten sowie die anhaltende Konkurrenz mit asiatischen Importeuren führten im Monatsverlauf zu einer erhöhten Risikoprämie.
Darüber hinaus sorgten die hohen Temperaturen für einen steigenden Einsatz von Gaskraftwerken, da sowohl die Stromnachfrage anstieg als auch die Verfügbarkeit von Kernkraftwerkskapazitäten zeitweise eingeschränkt war. Die Nachfrage nach kurzfristigen Gasmengen blieb entsprechend hoch.
Trotz fortgesetzter Speicherbefüllung bewegten sich die Füllstände weiterhin deutlich unter den Werten der Vorjahre und dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Kombination aus niedrigen Speicherständen, geopolitischer Unsicherheit und hoher wetterbedingter Nachfrage führte zu einem insgesamt festen Verlauf am Spotmarkt.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Juni/Juli |
|---|---|
| 29.06.2026 | 45,18 |
| 30.07.2026 | 53,37 |
| Veränderung (prozentual) | +18,13 % |
Marktumfeld
CO2-Emissionshandel
Der CO₂-Markt zeigte sich im Juli ausgesprochen volatil. Zu Monatsbeginn bewegten sich die EUA-Preise weitgehend seitwärts im Bereich der 80-Euro-Marke, bevor die Veröffentlichung der Reformvorschläge der Europäischen Kommission erneut Dynamik in den Markt brachte.
Die geplanten Anpassungen des europäischen Emissionshandelssystems wurden von Marktteilnehmern insgesamt als stützend interpretiert. Gleichzeitig erhöhte die Hitzewelle in Europa den Bedarf an fossiler Stromerzeugung und damit die Nachfrage nach Emissionszertifikaten. In der Folge erreichten die EUA-Kontrakte zeitweise den höchsten Stand seit mehreren Monaten.
Belastend wirkten dagegen zunehmende Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen hoher Energiepreise. Insgesamt überwogen jedoch die bullischen Faktoren, sodass der CO₂-Markt den Monat auf einem erhöhten Preisniveau beendete.
Kohle und Erdöl
Die Kohlepreise konnten im Juli deutlich zulegen. Neben den steigenden Gaspreisen sorgten die geopolitischen Risiken im Nahen Osten für Unterstützung. Marktteilnehmer bewerteten Kohle zeitweise als alternative Energiequelle angesichts möglicher Einschränkungen im LNG-Angebot. Zusätzlich wirkten logistische Probleme preistreibend. Niedrige Pegelstände auf dem Rhein erschwerten den Transport von Kohle zu europäischen Kraftwerksstandorten und führten zu einer Reduzierung der Transportkapazitäten. Die Kombination aus gestiegenen Energiepreisen, höherer Nachfrage und Transportproblemen führte im Monatsverlauf zu einer insgesamt festen Entwicklung am Kohlemarkt.
Der Ölmarkt war im Juli maßgeblich von den Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran geprägt. Nachdem der Markt zunächst von Hoffnungen auf eine nachhaltige Stabilisierung profitiert hatte, sorgten erneute militärische Auseinandersetzungen für kräftige Aufschläge.
Besonders die Gefahr einer Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus rückte in den Fokus der Marktteilnehmer. Die Unsicherheit über mögliche Angebotsausfälle führte zeitweise zu einer starken Risikoprämie und deutlichen Preisanstiegen.
Zusätzliche Unterstützung erhielt der Markt durch die Befürchtung, dass sich der Konflikt auf weitere strategisch wichtige Schifffahrtsrouten ausweiten könnte. Trotz zwischenzeitlicher Konsolidierungen dominierte im Juli insgesamt eine bullish geprägte Marktstimmung, sodass die Ölpreise den Monat deutlich fester beendeten.
Marktwerte
| 2025/2026 | März 2026 | April 2026 | Mai 2026 | Juni 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Solar | 5,455 ct/kWh | 1,317 ct/kWh | 3,163 ct/kWh | 6,190 ct/kWh |
| Wind (Onshore) | 7,537 ct/kWh | 6,066 ct/kWh | 9,534 ct/kWh | 7,855 ct/kWh |
| EU-ETS - EEX - EUA Future [€/t] | Kohle – ICE – Coal API2 [$/t] | Erdöl - ICE - Brent Crude [$/bbl] | |
|---|---|---|---|
| Future | Dec-26 | Dec-26 | Dec-26 |
| 29.06.2026 | 78,79 | 110,25 | 73,58 |
| 30.07.2026 | 81,30 | 125,40 | 81,73 |
| Veränderung (prozentual) | +3,19% | +13,74% | +11,08% |
Die Marktinformation dient alleinig zu Informationszwecken. Alle darin enthaltenen Angaben und Daten stammen aus Quellen, die der Herausgeber, auf Grundlage seines Zugangs zu Marktteilnehmern und Informationen, für haltbar hält. Eine Haftung für deren Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden – weder ausdrücklich noch stillschweigend.
Für Konsequenzen, insbesondere für Verluste die auf die Verwendung oder eine unterlassene Verwendung auf Basis dieses Dokuments zurückzuführen sein könnten, ist der Herausgeber nicht haftbar.
Eine Weitergabe der Marktinformation an Dritte ist nur nach Einwilligung durch die WOLFF & MÜLLER ENERGY GMBH gestattet.